(Foto: Stefan F. Sämmer)

Um einen großen Sohn der Stadt Mainz und Student der ersten Stunde an der 1946 wiedergegründeten JGU trauern wir seit Mittwochnachmittag. Die Allgemeine Zeitung Mainz meldet, dass der bekannte Mainzer Dr. Rudi Henkel mit 95 Jahren dem Corona-Virus erlegen ist. Durch einen technischen Fehler sei er noch nicht geimpft gewesen und starb nach einer Erkrankung an Covid-19 im Katholischen Klinikum Mainz, erklärte seine Familie.

Ehefrau Helga, drei Söhne, eine Tochter, Enkelinnen und Enkel trauern um den 1925 in Mainz-Weisenau geborenen Rudi Henkel. Sein Abitur machte der Ur-Mainzer am damaligen Adam-Karrillon-Gymnasium (heute Rabanus-Maurus-Gymnasium). Nach seiner Rückkehr aus dem zweiten Weltkrieg im Jahr 1946 schrieb er sich an der gerade wiedergegründeten JGU für Medizin ein. Seinen Abschluss machte er in der Zahnmedizin und eröffnete im November 1952 eine Zahnarztpraxis in Weisenau, die seine Tochter Dr. Jeanette Henkel-Gutjahr und sein Sohn Dr. Boris Henkel bis heute weiterführen.

Engagement für Mainzer Fastnacht

Schon in den 1950er Jahren engagierte sich Henkel in der Mainzer Fastnacht. Auf dem ersten Rosenmontagszug nach dem Krieg ritt er als „Till“ auf einem Brauereipferd mit und entpuppte sich bald als geschickter Organisator, guter Zeichner von Motivwagen und begeisterte mit seinen närrischen Vorträgen „in der Bütt“.
Besonders verdient um die meenzerische Fastnacht machte er sich in seinen Jahren als Präsident des Mainzer Carneval-Vereins, zu deren Ehrenvorsitzenden er nach seiner Amtszeit von 1981 bis 1991 ernannt wurde. Dem SWR sagte der derzeitige MCV Präsident Prof. Dr. Dr. Reinhard Urban, dass er den Verein seinerzeit aus einer schweren Krise geführt habe.

Ein besonderer akademischer Titel

Die Mainzer Schwellköpp, die wie wenig anderes für die Mainzer Fastnacht stehen, haben Henkel ihre Namen zu verdanken und auch er bleibt als Mediziner promoviert und närrisch „habilitiert“ mit einem besonderen Titel in Erinnerung. Als „Professor für Kappologie“ trat der Kappenträger bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ im Jahr 1989 auf.
Auch sonst blieb der Absolvent unserer Universität seinen akademischen Wurzeln verbunden. Von Beginn an wirkte er in den durch Prof. Dr. Christian Vahl initiierten „Nachtvorlesungen“ an der Universitätsmedizin als gefeierter Redner mit. Die Universität und die Stadt Mainz haben einen großen Sohn verloren.


„Professor der Kappologie“ – Rudi Henkel als Kappenträger bei „Mainz bleibt Mainz, wie es singt und lacht“ vom 3.2.1989 (ab 2:52 Minuten)

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„Närrische Nachtvorlesung“ vom 27. Februar 2019 (ab 25:45 Minuten)

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