Bildquelle: © Jonathan Williams, Max-Planck-Institut für Chemie


Der satirische Ig-Nobelpreis (englischsprachiges Wortspiel: ignoble „unwürdig, schmachvoll, schändlich“) der US-Zeitschrift Annals of Improbable Research wird seit 1991 für wissenschaftliche Leistungen, die „Menschen zunächst zum Lachen, dann zum Nachdenken bringen“, vergeben. Mit ihren Forschungen zum Zusammenhang der Isoprenkonzentration in der Luft von Kinosälen und der FSK-Altersfreigabe wurde in der Kategorie Chemie dieses Jahr auch ein Team des Max-Planck-Instituts für Chemie und der JGU ausgezeichnet.

„Durch das gemeinsame Projekt haben wir eine großartige Verbindung zwischen der Abteilung Atmosphärenchemie am Max-Planck-Institut für Chemie und der Gruppe Data Mining an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz geschaffen, die uns bei der Analyse der atmosphärischen Daten wirkungsvoll unterstützt“, erklärt Preisträger Prof. Dr. Jonathan Williams und fügt hinzu, wie wichtig eigenwillige Experimente und die dahintersteckende Kreativität für das Aufdecken neuer Phänomene sind. Auch für Prof. Dr. Kramer vom Institut für Informatik der JGU zeigen sich die Vorteile von außergewöhnlichen Herangehensweisen: „In unserer langjährigen Kooperation mit Jonathan Williams vom MPIC haben wir immer wieder außergewöhnliche Fragestellungen für die Anwendung und Weiterentwicklung von Methoden des maschinellen Lernens gefunden.“

Mit Massenspektrometer im Kinosaal

Schon direkt nach der Veröffentlichung im September 2018 stieß die Studie auf große Resonanz in den Medien. Zur Durchführung hatten die Forschenden während 135 Filmvorführungen einen Massenspektrometer an die Lüftungsanlage eines Kinosaals angeschlossen und alle 30 Sekunden gemessen, ob sich die Zusammensetzung der Luft verändert. An der erhöhten Isoprenkonzetration konnte wortwörtlich „die Spannung, die in der Luft lag“ nachgewiesen werden.

Die Verleihung des Ig-Nobelpreises findet meist kurz vor der Verleihung der richtigen Nobelpreise statt. Einziger Preisträger beider Preise ist derzeit der niederländisch-britische Forscher Andre Geim, der zehn Jahre nach der Auszeichnung für seine Forschung zur „für die Verwendung eines Magneten, um einen Frosch zum Schweben zu bringen“ für „für grundlegende Experimente mit dem zweidimensionalen Material Graphen“ den Nobelpreis gewann.

Wir gratulieren den Mainzer Forscher:innen demnach nicht nur zur aktuellen Auszeichnung, sondern drücken auch die Daumen für zukünftige Preise.

Liste und Forschungsthemen der Ig-Nobelpreisträger:innen

Quelle: https://www.mpic.de/5027599/ig-nobelpreis

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