Flöte | 2008

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

Ich habe wundervolle Tage an der Universität verbracht. Ich erinnere mich an den Tag, an dem ich zur Aufnahmeprüfung kam. Ich stand verängstigt und gleichzeitig freudig vor dem Hochschulgebäude und wusste, dass ich mein Bestes geben würde, um Teil dieses Teams zu sein. Später, als Studentin, die zu dieser Zeit nicht das beste Instrument hatte, erhielt ich leihweise eine goldene Flöte von der Hochschule, was für mich eine unbeschreibliche Erfahrung war. Das hat mir ganz viel Glück gebracht.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

die Cafeteria in der Mensa, wo ich Zeit mit Kommilitonen verbrachte. Dann gingen wir zum Eingang des Campus, wo ich mich daran erinnerte, wie stolz ich sein kann, Studentin an einer Universität mit einer so langen Tradition und einem so langen Namen zu sein.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Dejan Gavrić, der mir die Geheimnisse der Musik und Interpretation beigebracht hat, an die ich vorher noch nicht einmal gedacht hatte. Er hat mir eine ganz neue Welt offenbart. Für mich war er vom ersten Tag an ein echter Lehrer, Unterstützer, Freund und eine Person, die ich bewundere. Er gab mir eine Handvoll wundervoller Noten. Ich erinnere mich, als er seine CD für mich signierte, „mit dem Wunsch, dass du eines Tages deine eigene CD aufnehmen wirst“. Heute habe ich bereits zwei davon und ich weiß, dass ich es größtenteils ihm zu verdanken habe.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Ich kann nichts Konkretes herausgreifen. Es muss der Tag sein, an dem ich die Konzertexamens-Prüfung bestanden habe. Trotz der Tatsache, dass ich am Anfang nicht gut Deutsch sprach, war jeder neue Tag an der Universität für mich ein Segen und eine neue, schöne Erfahrung. Ich weiß, dass ich hier in Mainz, wo ich Ausländerin war, oft dachte, mich hier weniger als Ausländerin zu fühlen als damals, als ich in meinem Land in Belgrad studierte.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Ich möchte die Studenten immer ermutigen, sich ihrer selbst bewusst und selbstbewusst zu sein und immer zu wissen, dass Erfolg auf sie wartet, wenn sie hart arbeiten. Ich unterstütze meine Studenten dabei, selbstständig in die Welt der Musik zu fliegen, so wie es mein Professor Dejan Gavrić getan hat.

Prof. Andjela Bratić Danković, serbische Flötistin, Jahrgang 1980, absolvierte die Musikakademie in Belgrad, bevor sie an der Hochschule für Musik in Mainz das Konzertexamen bei Prof. Dejan Gavrić ablegte. Sie nahm an Meisterkursen unter der Leitung von u. a. Irena Grafenauer, János Bálint und Yossi Arnheim teil und gewann zahlreiche nationale und internationale Wettbewerbe. Solo-Auftritte führten sie nach Ho-Chi-Minh-Stadt (Vietnam), Seoul (Südkorea), Washington und Charlotte (USA), Tokio (Japan) und viele andere Länder in Europa. Als Mitglied des Mozarteum-Orchesters, des Strauss Festival Orchesters und des Balkan-Orchesters war sie national und international auf Tourneen unterwegs.

Aufnahmen sowie Hörfunk- und TV-Produktionen dokumentieren ihr künstlerisches Schaffen. Andjela Bratić Danković hat zwei CDs veröffentlicht, die erste mit Werken virtuoser Opernkompositionen „Fantasy“, und die zweite mit Werken serbischer Komponisten für Flöte und Klavier „Inspiriert von der Flöte“.

Seit 2009 ist Andjela Bratić Danković zudem Professorin für Flöte an der Fakultät für Kunst der Universität von Niš (Serbien).

Bildquellen | Porträt: © Aleksandar Z. Dimitrijewic



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