Katholische Theologie, Philosophie, Germanistik | 2007

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

die konzentrierte Vielfalt auf dem Campus. Nah bei der Stadt und doch eine eigene Welt.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

das Forum Universitatis, auf dem vom Gründergeist der Nachkriegszeit noch etwas zu spüren war.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Ilona Riedel-Spangenberger … weil sie auf überaus elegante Weise Tradition und Fortschritt zu verbinden wusste und so unzählige Vorurteile gegenüber dem Kirchenrecht entkräften konnte.
Hansjakob Becker … weil er auch kurz vor seiner Emeritierung noch dermaßen für sein Fach brannte, dass der Funke nachhaltig übersprang.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Ambiguitätstoleranz.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Lest soviel Ihr könnt. Lest vor allem mehr Grundlagenwerke als Vorlesungsskripte und Zusammenfassungen möglicher Prüfungsfragen. Lest aber auch weit über Euer Fach hinaus Literatur aller Epochen und verschiedener Kulturen. Und vergesst neben Eurem Studium das reale Leben nicht, das Soziale, die Kultur.

Andreas Rosar, Opernregisseur und Theologe, Jahrgang 1981, studierte von 2001 bis 2007 Katholische Theologie, Philosophie und Germanistik an der JGU und an der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom. Schon vor seinem Diplomabschluss 2007 in Mainz wandte er sich dem Theater zu. Er assistierte bekannten Regisseuren, darunter Frank Castorf, Peter Konwitschny und Hans Neuenfels. Engagements als Regieassistent und Abendspielleiter führten ihn unter anderem an das Saarländische Staatstheater und an die Bayerische Staatsoper.

Eine langjährige Zusammenarbeit verbindet Andreas Rosar mit den Bayreuther Festspielen, wo er seit 2009 an zahlreichen Inszenierungen mitwirkte. Sein vielbeachtetes Regiedebüt gab er 2010 mit der Schweizer Erstaufführung von Georg Friedrich Händels Ezio am Theater Biel Solothurn. Er inszenierte später u. a. Mozarts Così fan tutte am Theater Münster (2015/16), Händels Rinaldo für Brig Barock im Schlosshof des Stockalperpalastes in den Walliser Alpen (2018), Offenbachs La Vie Parisienne (2018) und La Périchole (2019) am Theater Trier und Verdis Aida am Theater Plauen Zwickau (2019). Momentan erarbeitet er für die Oper Dortmund ein Barockpasticcio unter dem Titel Sehnsucht.

2017 belegte Andreas Rosar ein einjähriges Weiterbildungsstudium in Theater- und Musikmanagement an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Seit 2018 ist er – neben seiner Arbeit für das Theater – theologischer Mitarbeiter an der Peterskapelle in Luzern, einer Kirche im Schnittfeld zwischen Theologie und Kultur.

Bildquellen | Porträt: © Jonas Ruppen



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