Chemie | 2010

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

wie viel Spaß meine KommilitonInnen und ich im Chemie-Studium hatten. Unzählige Stunden im Labor und Vorlesungssaal, gemeinsam zu Hause bei Prüfungsvorbereitungen und in Kneipen haben uns zusammengeschweißt und viele Herausforderungen annehmbar und Frustrationen erträglich gemacht.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

das Bistro der Mensa, sowohl der Innen- als auch der Außenbereich, den wir zum kurzen Verschnaufen und Auftanken, für Mittags- und Kaffeepausen und zum Austauschen nutzten.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Herr Prof. Tremel, weil er immer authentisch und motiviert in den Vorlesungen aufgetreten ist und das Lernen mit ihm nie langweilig wurde.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

dass Rückschläge und Enttäuschungen nie das Ende sind; sie machen uns frustrationstoleranter, flexibler und provozieren unsere Kreativität. Es ergeben sich immer neue Wege und Möglichkeiten, sich weiterzuentwickeln.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Gehen Sie Risiken ein und nehmen Sie Chancen wahr, die sich Ihnen bieten, seien Sie selbstbewusst und weltoffen und verschließen Sie sich nicht vor neuen Kontakten und Erfahrungen. Reisen Sie viel und erkunden die Welt, arbeiten Sie im Ausland und lernen Menschen und deren Leben kennen. Finden Sie Projekte, für die Sie „brennen“, die Sie begeistern, erfüllen und Ihren Horizont erweitern.

Prof. Dr. Christina Birkel, Materialchemikerin, studierte von 2002 bis 2007 Chemie an der JGU. Nach ihrem Diplom wurde sie in die Graduiertenschule der Exzellenz MAINZ (MAterials Science IN Mainz) aufgenommen und schloss sich der Forschungsgruppe von Prof. Wolfgang Tremel am damaligen Institut für Anorganische Chemie und Analytische Chemie an. Ein Forschungsaufenthalt führte sie nach Seoul, Südkorea. Ende 2010 promovierte sie mit einem Doppelabschluss an der JGU und der Seoul National University. Ihre Dissertation „Wet chemistry synthesis towards nanostructures of thermoelectric antimonides“ wurde mit dem MAINZ PhD Award ausgezeichnet, dem Preis für hervorragende Doktorarbeiten in den Materialwissenschaften der Graduiertenschule MAINZ. Als Postdoc war Christina Birkel von 2011 bis 2013 an der University of California in Santa Barbara tätig. Im Anschluss wurde sie Athene Young Investigator und Leiterin einer Junior Research Group an der Technischen Universität Darmstadt, wo sie sich 2018 auch habilitierte.

Das Forschungsinteresse von Christina Birkel ist insbesondere auf grundlegende Aspekte anorganischer Verbindungen gerichtet, die für energierelevante Anwendungen von Bedeutung sind. Dabei werden Ansätze der anorganischen Chemie, der Festkörperchemie, der Nanochemie und der Materialwissenschaften integriert. 2019 hat Christina Birkel ihre heutige Position als Assistant Professor an der School of Molecular Sciences der Arizona State University übernommen. Seit Oktober 2019 ist sie zugleich Joint Professor (Kooperationsprofessorin) für „Nicht-konventionelle Synthese von Festkörpern und Materialien“ am Eduard-Zintl-Institut für Anorganische und Physikalische Chemie der TU Darmstadt.

Bildquellen | Porträt: © Fotostudio Hirch, Darmstadt



Zurück zur Übersicht | „75 aus 75“