Übersetzen: Deutsch, Englisch, Russisch; danach Journalistik | 1990

Wenn ich an meine Zeit in Germersheim, Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

dass es insgesamt besonders glückliche Jahre waren!

Mein Lieblingsort auf dem Campus war …

in Germersheim die Bibliothek mit dem knirschenden Holzboden, auf dem man rücksichtsvoll leise ging. In Mainz war es der Seminarraum im 1. Stock der Alten Universität in der Innenstadt, wo wir angehenden Journalisten/Journalistinnen ein besonderes Gefühl der Gemeinschaft empfanden, nachdem wir die zweitägige Aufnahmeprüfung und das „Eignungsgespräch“ bestanden hatten.

Prof. Nikolai Salnikow wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

er es zuließ, dass ich Gorbatschows im Westen 1986 noch misstrauisch beäugte Glasnost-Politik zu meinem Diplomarbeitsthema machen durfte, obwohl er für mich eigentlich ein sprachwissenschaftliches Thema vorgesehen hatte. Ich habe Prof. Salnikow, der leider 2013 verstorben ist, als weltläufigen, gütigen und gelassenen Meister seines Fachs erlebt.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Beharrlichkeit.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Selbst herausfinden, was gut für einen ist, und danach handeln.

Dr. Ignaz Lozo, Osteuropaexperte, Journalist und Autor, Jahrgang 1963, studierte zunächst Englisch und Russisch am JGU-Fachbereich Translations-, Sprach- und Kulturwissenschaft in Germersheim. Anschließend schloss er in Mainz den zweijährigen Aufbaustudiengang Journalistik ab. Vorher hatte er ein Stipendium des Kultusministeriums Rheinland-Pfalz für einen Studienaufenthalt an der Russian School des Middlebury College im US-Bundesstaat Vermont erhalten.

1989 begann er in der ZDF-Hauptredaktion Aktuelles als Redakteur. 1991 berichtete er über den Putsch gegen Gorbatschow. Es folgten teils gefährliche Einsätze als Kriegsreporter. 1997 ging Lozo für den Sender Pro Sieben als Korrespondent nach Moskau, wechselte dort zur Deutschen Welle. 2000 kehrte er zum ZDF zurück als politischer Korrespondent in München. 2007 ging er in die Mainzer Sendezentrale als Autor von Dokumentationen und Redakteur mit dem Schwerpunkt Russland. 2013 promovierte Lozo am Historischen Seminar der JGU.

2014 veröffentlichte Ignaz Lozo die erste wissenschaftliche Monographie über den Putsch gegen Gorbatschow, die als Standardwerk gilt und als Übersetzung auch in Russland erschienen ist. 2021 folgte die Biographie „Gorbatschow – Der Weltveränderer“.

Bildquellen | Porträt: © Detlef Gottwald



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