Sport, Sozialkunde, Pädagogik, Psychologie | 1973

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

Mein wunderbares und erlebnisreiches Leben am Campus. Das Miteinander mit Studentinnen und Studenten anderer Fakultäten und Nationen. Viel lernen, feiern, diskutieren, referieren und Neues kennenlernen in einer politisch sehr aufgebrachten Zeit.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

Die Taberna Academica, die ich 1960 erstmals besucht hatte, bei der Vorbereitung auf die Olympischen Spiele 1960 in Rom. Der damalige Koch hatte uns kulinarisch jeden Tag super verwöhnt, leider einige Pfunde zugenommen. Diesen Ort habe ich ab 1969 immer wieder gerne aufgesucht.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Prof. Dr. Peter Schneider, der damalige Uni-Präsident, der von mir Stetigkeit, Präsenz und Wahrhaftigkeit immer wieder eingefordert hat, in vielen, vielen Gesprächen nach Vorlesungen und
Seminaren. Ohne diese Forderungen und daraus resultierenden Förderungen hätte ich womöglich scheitern können.

Prof. Berno Wischmann.
Professor Wischmann habe ich große Förderung zu verdanken, Seiner Hartnäckigkeit habe ich es zu verdanken, dass ich meine sportliche Laufbahn 1969 nicht aufgegeben habe. Er hat mich auch wissenschaftlich sehr begleitet.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Teamarbeit, Verlässlichkeit, Neugierde und großes Vertrauen in die soziale Umgebung.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Leben und leben lassen. Viel studieren, offen sein für Neues, viel am Campus sein, viel feiern und nie aufgeben!

Ingrid Mickler-Becker, Goldmedaillengewinnerin, Lehrerin und Politikerin, Jahrgang 1942, gehörte zu den besten und vielseitigsten Leichtathletinnen der Welt. Sie nahm an insgesamt vier Olympischen Spielen teil. In Rom 1960 war sie mit 17 Jahren die jüngste Athletin der gesamtdeutschen Mannschaft und startete im Hochsprung. In Mexiko-Stadt 1968 gewann sie Olympiagold im Fünfkampf, in München 1972 siegte sie mit der 4x100 m Sprintstaffel in Weltrekordzeit. 1971 war sie zudem Doppel-Europameisterin im Weitsprung und in der Sprintstaffel.

Nach einer Ausbildung als Einzelhandelskauffrau in ihrer Heimatstadt Geseke kam Ingrid Mickler-Becker 1968 zum Studium nach Mainz und trainierte beim USC. Ihr Studium der Fächer Sport, Pädagogik, Psychologie und Soziologie schloss sie 1973 ab. Für das beste Examen des Jahres an der JGU erhielt sie im selben Jahr den Preis des Kultusministers des Landes Rheinland-Pfalz. Bis 1986 war Ingrid Mickler-Becker als Gymnasiallehrerin für Sport und Sozialkunde in Mainz tätig, ging anschließend für zwei Jahre mit ihrer Familie in die USA. 1990 wurde sie zur Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Ministerium für Familie, Sport und Soziales berufen, verlor das Amt jedoch zwei Jahre später im Zuge des Regierungswechsels in Rheinland-Pfalz. Danach arbeitete sie als Beraterin in der Personalentwicklung eines US-schweizerischen Unternehmens.

Auch ehrenamtlich engagierte sich Ingrid Mickler-Becker in zahlreichen Führungspositionen für den Sport. U. a. war sie Präsidiumsmitglied im Landessportbund Rheinland-Pfalz und gehörte von 1987 bis 2009 dem Gutachterausschuss der Deutschen Sporthilfe an.

Ingrid Mickler-Becker wurde mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit der Aufnahme als Persönliches Mitglied in das Nationale Olympische Komitee (1977), mit der Goldenen Sportpyramide von der Stiftung Deutsche Sporthilfe (2005) und mit der Aufnahme in die „Hall of Fame“ des deutschen Sports (2006). Bereits 1968 und 1971 wurde sie als „Sportlerin des Jahres“ geehrt.

Bildquellen | Porträt: © privat



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