Freie Bildende Kunst | 2006

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fallen mir als Erstes …

die Menschen auf dem Campus ein, die Begegnungen und Gespräche, die offenen Türen zu den einzelnen Klassen im Fachbereich Freie Bildende Kunst, der damaligen Akademie für Bildende Künste, außerdem die Stille in der Bibliothek, einer Ausdrucksform für die Achtung vor dem dort in Büchern verborgenen Wissen, - das MITEINANDER – WORTE – AUSTAUSCH – ZEICHEN – KLÄNGE – …

Meine Lieblingsorte auf dem Gutenberg-Campus waren …

der Zeichensaal mit seiner Stille, einer „sichtbaren Stille“ der Konzentration der Zeichnerinnen und Zeichner in ihren Studien vor den Objekten oder Modellen, der Botanische Garten mit seinen Pflanzen aus der ganzen Welt, die für mich die Vielfalt der Nationalitäten an der JGU spiegelten und die Bibliothek!

Prof. Dieter Brembs wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

er uns in seiner Lehre umfassend die Verschiedenheit der Ausdrucksformen erproben lies, Wege eröffnete, durch konstruktive Kritik das eigene Selbstverständnis weitete und in seiner ruhigen Verlässlichkeit die Studierenden begleitend forderte und förderte. Im Vertiefungsstudium war dann durch Professor Peter G. Lieser, der Blick ins „OFFENE“, in die Weite des Raumes und der Architektur prägend und blieb bis heute wirksam.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist, …

den Zeichen, die ich mit dem Bleistift, dem Holzschnitt und mit dem Hochdruck visualisiere, denen ich Form und Farbe verleihe, als Gegenüber überrascht bleiben zu können.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

in Eigenständigkeit, unbeirrt von Strömungen, zu dem einen Weg zu gelangen, der das Individuum dahinter erkennbar werden lässt.

Katharina Fischborn, Künstlerin, Jahrgang 1948, studierte von 1999 bis 2004 Freie Bildende Kunst an der damaligen Akademie für Bildende Künste, der heutigen Kunsthochschule Mainz. Das Studium der Zeichnung in der Klasse von Prof. Dieter Brembs beendete sie 2004 mit dem Diplom. Danach begann sie ein Meisterschülerstudium in Umweltgestaltung bei Prof. Peter G. Lieser, das sie 2006 abschloss. 2010 ging sie für einen Arbeitsaufenthalt nach Luxemburg in das Druckmuseum Grevenmacher. In ihren Arbeiten verbindet Katharina Fischborn traditionelle grafische Techniken mit innovativen Raumkonzepten. Für ihre stark linearen und oft dreidimensionalen Arbeiten wurde sie bereits mehrfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Stadtdrucker-Preis der Stadt Mainz 2006. Die Künstlerin lebt und arbeitet in Langenlonsheim in Rheinhessen. Von hier aus „läuft sie los, überschreitet Grenzen, die in Räume führen, die nicht durch Grenzen definiert sind, sucht Begegnungen innerer und äußerer Bewegtheit ...“!

http://www.katharina-fischborn.de
Facebook: Katharina Fischborn
Instagram: @katharina_fischborn


„freie Horizonte III“
Technik: Grafik, Hochdruck-Unikate, Skalpellzeichnung
Material: Offsetfarbe, China Wenzhou-Papier, 2019
Maße/Bildgrund: 100 cm x 70 cm

Technik: Grafik, Hochdruck-Unikate, Skalpellzeichnung Material: Offsetfarbe, China Wenzhou-Papier, 2019 Maße/Bildgrund: 100 cm x 70 cm
„freie Horizonte II“
Technik: Grafik, Hochdruck-Unikate, Skalpellzeichnung
Material: Offsetfarbe, China Wenzhou-Papier, 2019
Maße/Bildgrund: 100 cm x 70 cm


aus: „Zeichen Räume I – IX“
Technik: Zeichnung
Material: Fineliner, Zulu Negro, Collage aus Hochdruck-Unikaten, Hahnemühle Nostalgie, 2020

Hochdruckinstallation, 24 Bahnen Wenzhou Papier zu je 3 m Höhe, mit je 6 Flächendrucken 40cm x 20 cm, Skalpellzeichnung, unter Spiegelkassettendecke, 2014 (hier: im cube 4x4x4, märz galerie Mannheim)
„grundlos“, Hochdruckinstallation, 24 Bahnen Wenzhou Papier zu je 3 m Höhe, mit je 6 Flächendrucken 40cm x 20 cm, Skalpellzeichnung, unter Spiegelkassettendecke, 2014 (hier: im cube 4x4x4, märz galerie Mannheim)

Bildquellen | Porträtfoto und „grundlos“: © Tanja Labs; „freie Horizonte II+III“ und „Zeichen Räume“: © Artur Eurich



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