Physik | 2000

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

dass ich meine Frau während des Studiums kennengelernt habe. Sie studierte Latein und Geschichte auf Lehramt und wir sind gemeinsam mit dem Zug nach Mainz zum Studieren gefahren. Noch heute genieße ich es, wenn ich an der JGU bin, durch den Botanischen Garten zu schlendern.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

das Kellerlabor sowie das Café Chaos im zweiten Stock des Physik-Instituts. In Letzterem spielten wir in der Mittagspause immer Tischkicker.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Ernst-Wilhelm Otten, weil er ein großartiger Mentor war und zudem zu den größten Physikern seiner Zeit zählte. An seine Vorlesungen erinnere ich mich heute noch gerne zurück.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

die Freude an der Physik und die Freiheit in der Forschung, das zu tun, was einem Spaß macht. Zudem nutzte ich die Chance, in andere Studienfächer reinzuhören, einfach weil es mir Freude machte, mich weiterzubilden.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

genießt die Zeit des Studierens und die gemeinsamen Stunden mit den Kommilitonen, sie werden Euch immer in Erinnerung bleiben.

Prof. Dr. Klaus Blaum, Physiker, Jahrgang 1971, ist seit 2007 Direktor der Abteilung „Gespeicherte und gekühlte Ionen“ am Max-Planck-Institut für Kernphysik in Heidelberg und zugleich seit 2008 Professor und Mitglied der Fakultät für Physik und Astronomie der Universität Heidelberg. Seit 2020 ist er als Vizepräsident der Max-Planck-Gesellschaft zuständig für deren Institute der Chemisch-Physikalisch-Technischen Sektion.

Klaus Blaum studierte von 1992 bis 1997 Physik an der JGU und war im Anschluss bis zu seiner Promotion im Jahr 2000 hier auch wissenschaftlicher Mitarbeiter. Danach wechselte er als Postdoktorand des GSI Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung Darmstadt an das Europäische Kernforschungszentrum CERN in Genf. Von 2004 bis 2007 lehrte er an der JGU und leitete eine der ersten Nachwuchsgruppen am Institut für Physik, eine „Helmholtz Research Group for Young Investigators“. 2006 erhielt er den Lehrpreis des Landes Rheinland-Pfalz. Im selben Jahr hat er sich an der JGU habilitiert.

Klaus Blaum ist Mitglied in zahlreichen Fachkollegien und Ausschüssen. Für seine Leistungen wurde er vielfach ausgezeichnet, er erhielt u. a. den Gustav-Hertz-Preis der Deutschen Physikalischen Gesellschaft (2004), den Mattauch-Herzog-Preis der Deutschen Gesellschaft für Massenspektrometrie (2005), den Helmholtz-Preis für Präzisionsmessung (2012), den G. N. Flerov-Preis (2013), den Göteborger Lise-Meitner-Preis (2016), den Lise-Meitner-Preis der Europäischen Physikalischen Gesellschaft (2020) und den gemeinsam von der Stadt Frankfurt am Main, der Gesellschaft Deutscher Chemiker und der Deutschen Physikalischen Gesellschaft getragenen Otto-Hahn-Preis (2021). Des Weiteren konnte er zwei ERC Advanced Grants des Europäischen Forschungsrats einwerben. Bereits 2008 wurde Klaus Blaum zum Fellow der American Physical Society ernannt. 2019 wählte ihn die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften zum Auswärtigen Mitglied ihrer Physik-Klasse – eine herausragende Anerkennung seiner Forschungsleistung.

Bildquellen | Porträt: © Stefanie Aumiller / Max-Planck-Gesellschaft



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