Musikerziehung, Musikwissenschaft, Deutsch | 1989

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

Mein Kommilitone und Lebensfreund Ulrich Pfützner, der mich mit sicherer Hand durch die Schein- und Seminararbeiten-Welt geführt hat. Wilde Knutsch-Szenen in irgendwelchen Ecken und unfreiwillige Komik im sog. „Üb“-Orchester. Wir waren ein fleißiger, aber irgendwie auch alkoholaffiner Jahrgang. Vielleicht der beste, der jemals an die Gymnasien entlassen wurde.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

Der ehemalige Italiener „Campus“ ganz hinten neben der Mensa. Hier haben wir gelernt, uns für kürzeste Vorlesungen mit größtmöglichen Pizzen zu belohnen. Und im Gegensatz zur Mensa kam das Essen ohne Tablett an den Tisch und hinterher fragte ein netter italienischer Kellner (ohne Germanistik-Examen): „Hatte gutte gesmeggete?“

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Prof. Christoph-Hellmut Mahling, mein großzügiger, weltgewandter und bodenständiger Lieblings-Musikwissenschaftler und Dekan. In einer seiner Vorlesungen entdeckte ich, dass er mit Mund und Nase ein gleichschenkliges Dreieck formen konnte. Wir sind fast geplatzt vor Lachen ...

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Nie wieder kann man so lange und bis tief in den Vormittag hineinschlafen wie während des Studiums. Mein Motto war immer: Carpe noctem – nutze die Nacht.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Drei gute Ratschläge habe ich ...

  1. Lieber Alumna als Heidi Klumni!
  2. Ein jeder Bachelor findet auch seinen Master!
  3. Non ProVitae sed universitatis discimus! (Nicht für das Altersheim lernen wir, sondern für die Uni!)

Lars Reichow, Kabarettist, Musiker und Entertainer, Jahrgang 1964, wuchs auf in einem kleinen Waldstück gegenüber dem Mainzer Lerchenberg. Sein erster aufrechter Gang führte ihn ans Klavier. Die Straßenbahn ins Gymnasium.

An der JGU studierte Lars Reichow ab 1985 Musik, Musikwissenschaft und Germanistik. Danach arbeitete er zunächst als Gymnasiallehrer und nahm zusätzlich Schauspielunterricht. Er war Stipendiat der Richard-Wagner-Stiftung in Bayreuth. 1992 präsentierte er sein erstes Programm als musikalischer Kabarettist. 1994 spielte er erstmals im Mainzer Unterhaus, und die sich anschließende Tournee machte ihn im deutschsprachigen Raum bekannt. Alle drei Jahre präsentiert er ein neues Kabarett-Programm und geht damit auf Tournee in Deutschland und der Schweiz. Sein aktuelles Programm heißt „Ich!“ und hatte Pandemie-Premiere im Oktober 2020.

Lars Reichow ist präsent in allen wichtigen Kabarett-Sendungen in Radio und TV, er ist Träger von mind. zehn Kabarett-Preisen, u. a. Deutscher Kleinkunstpreis, Kulturpreis Nordrhein-Westfalen und Berliner Kabarett-Preis. Privat lebt er sehr zurückgezogen und geht nur gelegentlich einkaufen oder zum Friseur.

www.larsreichow.de

Bildquellen | Porträt: © Mario Andreya



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