Portrait Ludwin Monz

Physik | 1993

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

dass zwei Begegnungen an der JGU für mich prägend waren: in den Jahren des Grundstudiums verbrachte ich viel Zeit im Lesesaal der Zentralbibliothek. Dort lernte ich meine Frau Brigitta kennen, mit der ich seit inzwischen 36 Jahren verheiratet bin. Die Begeisterung für Physik erfasste mich dann in der Arbeitsgruppe EXAKT (Experimentelle Atom- und Kernphysik) am Institut für Physik. Uns trieb die Neugier, die Dinge zu verstehen, die Herausforderung, unsere Kreativität und unser Wissen im Experiment unter Beweis zu stellen und der Spaß, im Team aus Professoren und Kommilitonen zu arbeiten.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

die Cafeteria der „neuen Mensa“, der heutigen Zentralmensa und „mein“ Labor im Keller des Instituts für Physik. Die Cafeteria war ein Ort der Kommunikation und des Miteinanders. Hier planten wir unsere Experimente und genossen das Tageslicht, das im Laserlabor fehlte. Im Labor des „RISIKO“-Experimentes verbrachte ich ungezählte Stunden beim Aufbau physikalischer Apparaturen und der Durchführung von Experimenten.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Professor Heinz-Jürgen Kluge wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil er seine Diplomanden und Doktoranden mit seiner Begeisterung für die Physik ansteckte, Brücken baute zu Arbeitsgruppen in aller Welt und für den Spaß am Rande, am Kicker oder bei einem Glas Rotwein, jederzeit zu haben war.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

die Fähigkeit, komplexe Probleme zu durchdringen, damit leben zu können, nicht alles zu verstehen, zu erkennen, dass andere mehr wissen als ich selbst.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Findet das Fach, das Euch wirklich Spaß macht. Gebt alles, um es zu durchdringen. Sucht den Spaß an der Herausforderung und beim Lernen mit anderen Studierenden. Nutzt die heutige Mobilität und Vernetzung der Universitäten. Seid offen für Neues, gerade auch nach dem Studium.

Dr. rer. nat. Ludwin Monz, Vorstandsvorsitzender der Carl Zeiss Meditec AG, Jahrgang 1963, studierte Physik an der JGU und schloss 1988 mit dem Diplom ab. Die Promotion folgte im Jahr 1992. Nach einem Forschungsaufenthalt am National Institute of Standards and Technology in Gaithersburg, USA, arbeitete er als wissenschaftlicher Mitarbeiter der Gesellschaft für Schwerionenforschung (GSI) in Darmstadt, bevor er 1994 zum Zeiss-Konzern kam. Dort begann er seine Laufbahn in der Produktentwicklung Geodätischer Systeme und wurde dann Gesamtverantwortlicher für diesen Geschäftsbereich.

Im Jahr 2000 wechselte er in den Bereich Medical Technology und war dort für die Entwicklung von Operationsmikroskopen für die Mikrochirurgie verantwortlich. 2004 erwarb er einen MBA des Henley Management College in Großbritannien.

Seit 2007 gehört Ludwin Monz dem Vorstand der Carl Zeiss Meditec AG an, in der das Medizintechnik-Geschäft der ZEISS-Gruppe konzentriert ist. Seit 2010 führt er die Carl Zeiss Meditec AG als Vorstandsvorsitzender. 2014 wurde er zudem in den Konzernvorstand der ZEISS-Gruppe berufen und führt dort die Sparte Medical Technology.

Ludwin Monz ist seit 2015 Mitglied des Universitätsrates der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

Bildquellen | Porträt: © Carl Zeiss AG, Carl-Zeiss-Straße 22, 73447 Oberkochen



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