American Studies, Publizistik | 2018

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

dass ich Mainz mit einem rundum positiven Lebensgefühl verbinde. Ich habe für mein Studium sechs Jahre in Mainz gelebt und damit natürlich auch sechs Winter dort verbracht – in meiner Erinnerung ist aber tatsächlich immer Sommer, sowohl auf dem Campus als auch in der Stadt.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

das Georg-Forster-Gebäude, das während meines Bachelor-Studiums eröffnet wurde. Bei schönem Wetter haben meine Kommiliton:innen und ich auf den Stufen vor dem GFG unsere Kaffee- oder Mittagspausen verbracht, Referate vorbereitet und über Hausarbeitsthemen gegrübelt. Wenn es zu kalt war, waren die Arbeitsräume in der GFG-Bibliothek meine erste Wahl – auch, wenn man ganz schön früh aufstehen musste, um sich einen leeren Raum zu schnappen :)

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Dr. Erich Lamp wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil er einer der Menschen war, die mir den Weg für meinen Umzug nach Hamburg noch während des Master-Studiums in Mainz geebnet haben. Er hat sich direkt bereit erklärt, einen Teil der regelmäßigen Masterarbeitstreffen mit mir per Telefon abzuhalten. So konnte ich schon ein knappes Jahr vor Abschluss meines Masters in den Norden ziehen und damit den Grundstein für meine heutige Arbeit legen. Abgesehen davon war es aber auch einfach schön, mit Dr. Lamp über das Thema meiner Masterarbeit zu philosophieren – den Einfluss sozialer Medien auf Paarbeziehungen. Er hatte dazu so viele Geschichten und Anekdoten auf Lager und damit immer für gute Stimmung gesorgt.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

meine Organisationsfähigkeit. Die Kurse meiner Fächer im Doppelstudium wollten unter einen Hut gebracht werden mit meiner freien Mitarbeit bei der Allgemeinen Zeitung Mainz, meinen Nebenjobs in der Gastro und später in Agenturen, den Hausarbeiten und Klausuren zum Semesterende und meinen deutschlandweiten Poetry Slam-Auftritten. Und natürlich auch mit ausreichend Freizeit. Auch wenn das mitunter herausfordernd war, hat es immer irgendwie funktioniert. Und heute in meiner Selbstständigkeit ist das wohl eine meiner wichtigsten Stärken – auch dann einen kühlen Kopf und den Überblick behalten, wenn mal alles drunter und drüber geht.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Geh den Weg, der sich für dich richtig anfühlt. Auch, wenn er vielleicht erstmal unkonventionell erscheint – sowohl im Studium als auch beim Berufseinstieg. Lieber etwas ausprobieren und gegebenenfalls nochmal von vorn anfangen, statt später dasitzen und denken, „Was wäre, wenn…“.

Luisa Häußer geb. Münch, Texterin und Konzeptionerin, Jahrgang 1993, studierte von 2011 bis 2015 an der JGU und schloss mit einem doppelten Bachelor in American Studies und in Publizistik ab. Das Masterprogramm Kommunikations- und Medienforschung absolvierte sie 2018, ebenfalls an der JGU.

Schon während ihrer Studienzeit war Luisa Häußer als Praktikantin, Werkstudentin und freie Mitarbeiterin u. a. bei der Allgemeinen Zeitung Mainz und Agenturen in Wiesbaden, Berlin und Hamburg tätig und sammelte Erfahrungen im Journalismus, in Online-Marketing, Social Media und Communitymanagement, später insbesondere als Texterin.

Die erfolgreiche Poetry Slammerin (Vize-Meisterin der Poetry Slam-Meisterschaft Rheinland-Pfalz 2017) gewann das HORIZONT-Stipendium 2018 zur beruflichen Nachwuchsförderung in der Kreativbranche, das sie für drei Weiterbildungen in den Bereichen Werbetexten, Nachhaltigkeits-Management und Design Thinking eingesetzt hat.

Seit 2017 ist Luisa Häußer als freie Texterin und Konzeptionerin selbstständig. Ein besonderes Anliegen ist es ihr, junge Menschen beim Schritt in die Selbstständigkeit zu bestärken. Aktuell arbeitet sie an einem Workshop-Konzept, um Gründer:innen rund um die ersten Schritte zum Aufbau ihrer Marke zu unterstützen. Wenn die Corona-Pandemie echte, nicht-digitale Zusammentreffen wieder zulässt, wird sie mit den Workshops starten. Luisa Häußer lebt und arbeitet in Hamburg.

Bildquellen | Porträt: © Alex Fritsch



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