Linguistik, Kulturanthropologie | 2015

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein, …

dass ich sehr gerne in Mainz und an der JGU studiert habe. Es war für mich eine tolle Zeit, in der ich viele neue Menschen kennenlernen durfte und sich Freundschaften entwickelten, die bis heute Bestand haben. Gleichzeitig habe ich durch meine Zeit an der JGU gelernt, wie wichtig interdisziplinäres Denken und das gemeinsame Wirken verschiedener Menschen und Professionen ist. Dieses Wissen begleitet mich auch in meiner heutigen Berufstätigkeit.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

das Philosophicum. Es ist sicherlich nicht das schönste Gebäude auf dem Campus, aber es war das Gebäude, in dem der Großteil meiner Kurse stattfand und in dem wir die Zeit zwischen den Kursen verbrachten. Dadurch wurde es ein zweites Wohnzimmer. Im Frühjahr und Sommer konnte man wunderbar auf der kleinen Wiese oder auf der Treppe sitzen und rätseln, was wohl die vorbeilaufenden Personen studieren.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Prof. Dr. Anneli Sarhimaa wird mir immer im Gedächtnis bleiben, da sie als Dozierende sehr wertschätzend und ressourcenfördernd mit den Studierenden umgegangen ist als auch ihre Kurse sehr wirksam gestaltet waren. In Dr. Sarhimaas Kursen fand ich meinen Studienschwerpunkt, die Soziolinguistik, und später auch mein Master-Programm. Ihre Entschlossenheit, stets das Beste aus ihren Studierenden herauszuholen entsprechend ihrer individuellen Ressourcen und Interessen, hat mich tief beeindruckt und nachhaltig geprägt.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist, …

über den eigenen Tellerrand zu schauen. In meiner Studienzeit habe ich festgestellt, wie wichtig es ist, offen für neue Dinge, Perspektiven, Denkmuster und Menschen zu sein. Ich durfte an drei verschiedenen Universitäten in drei verschiedenen Ländern lernen und habe in dieser Zeit so viel über Europa, seine Menschen, Sprachen und Geschichten erfahren. Ich durfte erfahren, wie wichtig die Idee eines vereinten Europas ist und wie viel sie den unterschiedlichen Menschen und Kulturen bedeutet. Ich habe Europa nicht als ein starres politisches System mit Regulierungen erlebt, sondern als einen Mix aus verschiedenen Sprachen, Kulturen und Identitäten, als eine großartige Idee, die Völkerverständigung als gemeinsame Grundlage hat. Dafür bin ich meinen Kommiliton∗innen, meinen Dozent∗innen und Professor∗innen sowie den Initiator∗innen des internationalen Masters sehr dankbar.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Genießt die Zeit. Es wird kaum wieder eine Zeit geben, in der man so viel ausprobieren kann, so viel erleben kann und so viele kleine Abzweigungen nehmen kann. Besucht nicht nur die Kurse, die euch das Studienprogramm vorgibt, sondern nutzt die Diversität der JGU. Besucht eine Vorlesung, die so ganz anders ist als euer eigentliches Studium, lernt neue Dinge kennen und entdeckt vielleicht ein Interessenfeld, das ihr bisher noch gar nicht auf dem Schirm hattet.

Maren Gockel, Koordinatorin Ausschreibungsmanagement der MW Malteser Werke gGmbH, begann 2010 an der JGU mit dem Studium der Linguistik und Kulturanthropologie mit dem Studienschwerpunkt Sprachen Nordeuropas und des Baltikums. Nach ihrem Bachelorabschluss entschied sie sich für das damals neu konzipierte Joint-Master-Degree Programm International Master in Sociolinguistics and Multilingualism (SoMu) der JGU und der Vytautas-Magnus-Universität Kaunas, Litauen. Sie studierte in Kaunas, Stockholm und Mainz, wo sie ihre Masterarbeit über Herausforderungen und Chancen von Vielsprachigkeit in deutschen Kindertagesstätten am Beispiel der Stadt Frankfurt schrieb.

Nach dem Studium arbeitete sie als Trainee bei dem karitativen Träger MW Malteser Werke gGmbH. Heute ist Maren Gockel in dem Unternehmen als Referentin für Ausschreibungsmanagement verantwortlich für Ausschreibungssteuerung, Markt- und Vertriebsanalyse und die Qualitätssicherung der Angebote.

Bildquellen | Porträt: © Maren Gockel



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