Germanistik, Romanistik | 2017

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

Die Herzlichkeit und Freundlichkeit meiner Mitstudierenden und der Meenzer und Meenzerinnen: Der Professor auf dem Fahrrad, der mir am ersten Tag Hilfe beim Zurechtfinden auf dem Campus mit einem Lächeln anbot, die Kommilitonen im Kurs, die Menschen auf der Straße in Bretzenheim, die mich immer freundlich gegrüßt haben, ganz egal, ob wir uns kannten oder nicht…

Und das für mich damals unglaublich breite Sportangebot: Jede Sportart, die man sich wünschen konnte, zum Ausprobieren, ohne Kosten. Dass dazu auch noch Gesellschaftstanz zählte, eine Aktivität, nach der ich mich sehnte, aber sie für ausgestorben hielt, das war die Krönung des Traums.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

der Botanische Garten. Jeder Besuch, am Ende eines langen Uni-Tags oder in der Mittagspause, hat sich wie ein Mini-Urlaub angefühlt. Beim Spazieren durch heimische und exotische Landschaften, in erstaunlich verschlungenen Ecken mitten auf dem Campus konnte ich mich vom Stress wunderbar erholen, und auch das intensive Lernen war unter der Pergola gleich viel angenehmer!

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Dr. Thorsten Schüller wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil ich in seinem Proseminar zu Raymond Queneau eine meiner allerersten Hausarbeiten schrieb und dabei für mich die Freude und Faszination entdeckte, meine Lieblingsthemen und Lieblingsautoren aus wissenschaftlicher Sicht zu untersuchen und sie so noch tiefgründiger kennenzulernen. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Literaturwissenschaftlerin geboren, die später zu ihrer Herzensstadt Venedig promovieren würde. Durch seine unterstützende und herausfordernde Betreuung hat Dr. Schüller diese Anfänge begleitet und genährt, dafür werde ich ihm immer dankbar sein.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Ein Schatz an Einblicken in unterschiedliche Fächer, Themen und Forschungsbereiche. Diese Neugier für Forschung und Themen, die nicht meinem Expertise-Bereich angehören, ist weiterhin stark, und ich freue mich, dass ich nun in der hoch interdisziplinären Umgebung der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz die Möglichkeit habe, mich mit Personen aus den verschiedensten Fachdisziplinen auszutauschen, ihre spannenden Vorträge und Konferenzen zu hören und mit ihnen zusammenzuarbeiten.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Ich würde ihnen von Herzen empfehlen, neugierig zu sein, und die Studienzeit auch dafür zu nutzen, über den Tellerrand zu schauen, um neue spannende Themen und Fachgebiete zu entdecken. Dies war vielleicht zu meinen Magister-Zeiten leichter. Aber selbst im stark strukturierten Bachelor-Master-System gibt es weiterhin die Möglichkeit, Neues zu entdecken.

Dr. Aglaia Bianchi, geboren 1987 in Italien, ist wissenschaftliche Koordinatorin der Jungen Akademie an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz. Sie studierte an der JGU von 2006 bis 2011 im trinationalen integrierten Studienprogramm Mainz-Dijon-Bologna die Fächer Germanistik und Romanistik (Französisch, Italienisch) und erwarb, gefördert u. a. durch die Deutsch-Französische Hochschule und die Universität Bologna, einen dreifachen Abschluss sowohl auf Bachelor- als auch auf Masterebene. Als Doktorandin absolvierte sie Forschungsaufenthalte unter anderem an der Université de Bourgogne, Dijon, und als Stipendiatin des Deutschen Studienzentrums in Venedig. 2017 promovierte sie im Cotutelle-Verfahren an der JGU und der Université de Bourgogne, gefördert durch ein Promotionsstipendium des Landes Rheinland-Pfalz.

Seit 2016 ist Aglaia Bianchi an der Akademie der Wissenschaften und der Literatur | Mainz tätig, zuerst in der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit und seit 2018 als wissenschaftliche Koordinatorin der Jungen Akademie. Neben der Koordination der Jungen Akademie widmet sie sich auch der Wissenschaftskommunikation im DFG-Projekt AMAD (Archivum Medii Aevi Digitale), das eine frei zugängliche und fachwissenschaftlich betreute Open Access-Publikationsinfrastruktur für die Mediävistik entwickelt.

Aglaia Bianchi engagiert sich seit Jahren im Verein CLANCI e. V. (Club des Anciens du Cursus Intégré Dijon-Mayence), dem Verein der Ehemaligen und Freunde der integrierten Studienprogramme Mainz-Dijon, und ist seit 2016 Vorsitzende des Vereins.

Bildquellen | Porträt: © privat



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