Geschichte, Germanistik, Pädagogik | 1988

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

Als Erstes fällt mir ein, dass ich im Laufe der Jahre von 1979 bis 1988 mit so vielen und vor allem für mich neuen Themen in Berührung gekommen bin, dass ich noch heute für diese Bereicherung und Horizonterweiterung dankbar bin, selbst wenn oder gerade weil mir während des Studiums manches zunächst eher unbedeutend oder abseitig vorkam.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

Meine Lieblingsorte auf dem Gutenberg-Campus waren die Seminarbibliothek des Historischen Seminars mit ihrer ruhigen und arbeitsamen Atmosphäre und die Sitzecke vor dem „Schwarzen Brett“ des Historischen Seminars, wo ich in zahllosen Diskussionen mit anderen Studierenden alte Standpunkte relativiert und neue gefunden habe.

Prof. … wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

Prof. Heinz Bellen wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil er mit seiner begeisterten und begeisternden Art, Geschichte zu erzählen, ohne seinen akademischen Anspruch zurückzustellen, Lust gemacht hat auf immer neue Geschichten und darauf, hinter diese Geschichten zu schauen.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist die Erkenntnis, mich auf geschriebenes Wissen nicht einfach zu verlassen, sondern es immer kritisch und methodisch zu prüfen.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Heutigen Studierenden würde ich auf den Weg mitgeben, die Zeit des Studiums zu nutzen, um so viele Anregungen wie möglich an sich heran zu lassen. Wenn man sein Fach mit Leidenschaft betreibt und gleichzeitig den Horizont weitet, wird – so meine Erfahrung – sich auch ein Weg finden, im Kontext dieses Faches eine inhaltlich befriedigende Arbeit zu finden. In jedem Fall gewinnt man aber einen intellektuellen Schatz, von dem man ein Leben lang zehren kann.

Prof. Dr. Michael Hollmann, Historiker und Archivar, Jahrgang 1961, ist seit 2011 Präsident des Bundesarchivs in Koblenz und leitet damit „das Gedächtnis der Nation“.

Er studierte an der JGU von 1979 bis 1984 Geschichte, Germanistik und Pädagogik und schloss das Studium mit dem 1. Staatsexamen ab. 1988 wurde er mit einer Arbeit über „Das Mainzer Domkapitel im späten Mittelalter“ an der JGU promoviert.

1989 begann Michael Hollmann seine Laufbahn beim Bundesarchiv und absolvierte zunächst bis 1991 als Referendar des Bundesarchivs den archivarischen Vorbereitungsdienst an der Archivschule Marburg. Nach Stationen als Leiter verschiedener Referate an den Dienstorten Koblenz und Berlin wurde er 2006 Leiter der Abteilung B und damit verantwortlich für die Überlieferung zentraler ziviler Stellen der Bundesrepublik Deutschland einschließlich der westlichen Besatzungszonen.

Michael Hollmann wirkte in dieser Zeit maßgeblich an der Weiterentwicklung der Informationstechnik des Bundesarchivs mit und vertrat die Behörde in verschiedenen nationalen und internationalen Gremien. 2011 wurde er zum Präsidenten des Bundesarchivs ernannt.

2019 wurde Michael Hollmann als Chevalier in den Ordre des Arts et des Lettres aufgenommen. Die Universität Mannheim zeichnete ihn 2021 mit einer Honorarprofessur aus.

Bildquellen | Porträt: © Fotostudio Reuther, Koblenz



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