Turkologie, Islamische Philologie, Islamkunde | 1993

Wenn ich an meine Zeit in Mainz und an der JGU denke, fällt mir als Erstes ein …

unkompliziertes Stadtleben, der Domplatz und die Altstadt, die akademische Freiheit, hilfsbereite Lehrkräfte und KommilitonInnen an der JGU.

Mein Lieblingsort auf dem Gutenberg-Campus war …

die Bibliothek und der Botanische Garten. Ich lebte allerdings auf dem Campus. Deshalb habe ich den ganzen Gutenberg-Campus immer sehr gut in Erinnerung.

Prof. Dr. Lars Johanson wird mir immer im Gedächtnis bleiben, weil …

er mir, „dem völlig unbeschriebenen Blatt“ aus der Türkei, mit größter Liebenswürdigkeit begegnete und als ein hervorragender Wissenschaftler ein Muster dafür bildete, wie man Wissenschaft betreibt und gute, produktive Kontakte mit seinen KollegInnen schließt und pflegt, um das eigene Fach vorwärts zu bringen.

Das Wichtigste, was ich aus meiner Studienzeit mitgenommen habe, ist …

die Offenheit und das Interesse für kulturelle Unterschiede.

Das würde ich heutigen Studierenden mit auf den Weg geben:

Sie sollen ihren Interessen nachgehen und das Studium an der JGU genießen. Als Student der Geisteswissenschaften weiß man häufig überhaupt nicht, was man nach dem Studium machen kann. Es gibt so viele Möglichkeiten, die man erst entdeckt, wenn das Studium beendet ist.

Prof. Dr. Nurettin Demir, Turkologe, Jahrgang 1964, studierte zunächst an der Selçuk Üniversitesi in Konya (Türkei) türkische Sprache und Literatur. Nach erfolgreichem Abschluss begann er 1987 ein Promotionsstudium in Mainz mit dem Hauptfach Turkologie und den Nebenfächern Islamische Philologie und Islamkunde. 1993 wurde er an der JGU promoviert.

Er arbeitete dann unter anderem als Lektor an der Universität Szeged in Ungarn, als wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Orientalistik der Universität Leipzig, an der Eastern Mediterranean University in Nordzypern. Als Professor an der Universität Baskent leitete er den Fachbereich Türkische Sprache und Literatur. Er war Gastwissenschaftler unter anderem in Uppsala, Beijing, Al-Farabi, Allame Tabatabai. 1999 folgte die Habilitation. Seit 2013 lehrt Nurettin Demir als Professor an der Hacettepe Üniversitesi in Ankara, seit 2018 leitet er dort die Abteilung für Moderne Türksprachen und -literaturen. Seine Forschungsschwerpunkte umfassen vergleichende sprachwissenschaftliche Gesamtturkologie, Dialektologie, Sprachdokumentation, Sprachpolitik, Sprachkontakt, Türkeitürkische Grammatik sowie Altanatolisch-Türkisch.

Seit 2017 ist Nurettin Demir zusammen mit Emine Yılmaz Herausgeber von Andreas Tietzes Tarihî ve Etimolojik Türkiye Türkçesi Lugati (Historisches und etymologisches Wörterbuch des Türkeitürkischen, 10 Bände).

Bildquellen | Porträt: privat



Zurück zur Übersicht | „75 aus 75“